Hintergrund der Studie
Depressionen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen. Obwohl für verschiedene Behandlungen wie Psychotherapie oder Psychopharmaka die Wirkung belegt ist, sucht oder findet nur ein geringer Prozentsatz der Betroffenen professionelle Hilfe. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren vermehrt auch niederschwellige Angebote wie internetbasierte Behandlungsansätze entwickelt und erforscht. Dabei haben sich internetbasierte Selbsthilfeprogramme zur Behandlung von Depressionen in verschiedenen Studien als wirksam erwiesen.
In dieser Studie soll die Kombination von individueller Psychotherapie und internetbasierter Selbsthilfe untersucht werden. Es gibt verschiedene Gründe anzunehmen, dass diese Kombination vielversprechend ist.
So kann der Einsatz von Online Selbsthilfeprogrammen zwischen Psychotherapiesitzungen beispielsweise das Üben zwischen Sitzungen und das Vertiefen der bearbeiteten Themen fördern. Informationen und Übungen, die üblicherweise von Therapeuten vermittelt werden, können von Patienten möglicherweise auch besser verarbeitet und verstanden werden, wenn sie zunächst in Ruhe zu Hause vor dem Computer gelesen und verarbeitet werden können.
Ziel der Studie
Primäres Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit und auch die Kosteneffektivität einer Kombinationsbehandlung (Psychotherapie plus internetbasierte Selbsthilfe) bei erwachsenen Personen mit einer diagnostizierten Depression unter psychotherapeutischen Praxisbedingungen zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden in dieser Studie zwei Behandlungsbedingungen miteinander verglichen:
1. Kombinationsbehandlung: In dieser Behandlungsbedingung nehmen Studienteilnehmer Psychotherapie in Anspruch und erhalten gleichzeitig kostenfrei Zugang zum internetbasierten Selbsthilfeprogramm deprexis, welches sich in mehreren Studien als wirksam erwiesen hat.
2. Konventionelle Psychotherapiebehandlung: In dieser Behandlungsbedingung erhalten Sie zunächst keinen Zugang zum Selbsthilfeprogramm deprexis. Sie nehmen Psychotherapie in Anspruch, wie sie üblicherweise in der Praxis durchgeführt wird (in der Regel wöchentlich 50-Minuten Psychotherapie).
Beide Behandlungsbedingungen werden in der psychotherapeutischen Routinepraxis durchgeführt. Die Länge der Therapien bzw. die Anzahl Therapiesitzungen ist nicht festgelegt, sondern richtet sich - wie in der Routinepraxis üblich - nach Einschätzung der Patienten und der Therapeuten.